Sonntag, 14. April 2013

Rocktutorial - jetzt nähen wir



 Nachdem ich vorgestern DAS Erlebnis hatte und mit dem falschen Schlüssel in der Hand die Tür von außen zuschlug, mein Mann aber Spätschicht hatte und ich eigentlich nur mit den Kindern spazieren gehen wollte... kam meine Mutti gestern das zweite Mal (vorgestern brachte sie den Ersatzschlüssel, was sie eine Stunde Fahrt zu uns kostete und natürlich zurück auch noch mal), um die "Kinder zu hüten". 

Fertig gelacht? Mir tut ehrlich gesagt heute noch der Bauch weh, aber was war das ein riesiger Schreck! Panik durchfuhr mich, als wir drei so vor verschlossener Tür standen, die Katze guckte durchs Fenster und miaute. Man gut, dass ich vorher noch mal pullern war und alle angezogen :D.

Während die Omi die Kinder unter ihre Fittiche nahm, konnte ich mich unserem Tutorial widmen. Nun können wir weitermachen und bald habt ihr nen tollen und vor allem einfachen und irre variablen Rock.
Man könnte auch sagen, ihr seid dann stolzer Besitzer eines Grundschnitts, mit dem ihr viele tausende Gestaltungsmöglichkeiten habt.

Ihr seht nun also euer Schnittmuster vor euch liegen. Für diejenigen, die das mit dem Rechteck oben für den Tunnel nicht ganz verstanden habt, habe ich hier mal das Rechteck rot und die Taillenlinie grün markiert. Wenn ihr genau hinschaut wird der Tunnel also breiter als eure eigentliche Taillenweite. Somit bekommt ihr den Rock auch leichter über den Pops. 



Legt euch nun zurecht, was ihr benötigt. Ich habe mir meinen Stoff, ein großes Lineal, das Schnittmuster, einen Rollschneider, Gummi in meiner gewünschten Länge (einfach das Gummiband um euren Körper herum mit Zug legen, dass es bequem ist, aber der Rock nicht rutschen kann und ein wenig mehr hinzugeben, da ihr das Gummiband später noch zusammennähen müsst), eine Sicherheitsnadel und dieses kleine silberne Ding unten rechts zurechtgelegt. Was das wohl ist? Erkennt das jemand?





Dieses tolle Teil, auch Saummesser genannt, habe ich mir vor einer Weile bei Stoff und Stil gekauft. Damit kann man problemlos Säume legen. Der Saummesser hat Seiten mit Längen von 1 cm bis 6 cm. Das ist so viel einfacher, als immer mit dem Lineal oder ungenau per Augenmaß zu arbeiten. Diesen kann ich euch wirklich wärmstens ans Herz legen. 
Kostet nicht viel, ist aber viel wert. 



Schneidet euch nun eure Rockteile im Stoffbruch aus (denkt an die Nahtzugaben am Saum von 3 cm, an den Seiten nach eurer Fasson, am Bund bitte keine) und steckt dann Vorder- und Rückteil rechts auf rechts, also mit den schönen Seiten aufeinander, an den Seiten mit Nadeln fest.



Ich habe die Seiten mit einer Overlocknaht meiner Nähmaschine versehen. Ihr könnt aber auch einen einfachen Geradstich und zum Versäubern einen Zickzackstich verwenden.

 
Danach dreht ihr den Rock auf rechts zurück, klappt die Nahtzugabe zur Seite und näht sie knappkantig ab.

 
Jetzt kommt schon der Saummesser zum Einsatz. Den Saum schlagen wir zweimal um
je 1,5 cm um und stecken ihn fest.


Gut festgesteckt sollte das dann ungefähr so aussehen.


Danach widmen wir uns dem Bund. Zunächst schlagt ihr die Kante einen Zentimeter um und steckt das fest. Habt ihr das geschafft, schlagen wir den Bund noch einmal im 6 cm nach innen und stecken alles gut fest. Nun nähen wir die obere und auch die untere Kante des Bunds knappkantig ab (ich habe hier meine Füßchenbreite genutzt und die Nadel ganz nach rechts versetzt). Dabei achten wir darauf, dass wir an der unteren Kante eine genügend große Öffnung für den Gummizug lassen.


Nun ist es fast geschafft. Wie man sieht, habe ich Gummizug und SICHERHEITSnadel (ich verstehe bis heute nicht, warum die Dinger so heißen, so oft, wie ich mir die schon in die Finger gehauen habe) schon miteinander verbunden. Die Öffnung ist mir etwas zu klein geraten, ihr solltet sie größer lassen ;). Steckt das andere Ende des Gummis mit einer Nadel am Bund fest, damit es beim Einziehen nicht ein böses Erwachen gibt. Zieht den Gummi ein, versucht, euch nicht stechen zu lassen dabei und schließt dann die Naht, in dem ihr den Bund noch einmal langzieht. 



Ihr habt es geschafft! 
Nun husch husch anprobieren und vorm Spiegel bewundern! 
Und? Gefällt's euch?

Weil das so schnell geht, habe ich inzwischen meine Trilogie fertig 
und für euch noch mal auf einen Blick:


Wenn ich ehrlich bin, mir gefallen der in der Mitte und der rechte am allerallerbesten. Gelb ist nicht ganz so meine Farbe :). Mal gucken, vielleicht findet sich ja eine Pummelfelfe, die ihn haben mag? 

Und nicht vergessen: ich freue mich auch sehr über Fotos von euch in euren Kreationen. 

Und wenn jemand eine Idee hat, was ich anstatt einer Sicherheitsnadel zum Einziehen von Gummis nutzen kann (was weniger gefährliches), dann bin ich für jeden Tipp dankbar.

Seid lieb gegrüßt,


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Donnerstag, 11. April 2013

Wow und vielen Dank! Und noch ein Rocktutorial...

Ihr seid toll! Fast 12.000 Seitenaufrufe und 101 Leser in nicht mal 3 Monaten! 
Wenn das kein Grund zum Feiern ist! 

  <3 <3 <3 Danke, danke, danke! <3 <3 <3
Ich knutsche euch von Weitem und lasse die Korken knallen, während ich in ein Stück Kuchen beiße (in Wahrheit esse ich Nudelsalat) 
und Rumba tanze (...äh, auf dem Sofa lümmele).
 
Und damit ihr auch etwas davon habt, zeig ich euch heute, wie ich meine Röcke nähe mein Rockschnittmuster erstelle. Ich bin jetzt so oft nach dem Schnittmuster gefragt worden und habe dabei festgestellt, dass viele gar nicht wissen, wie einfach man sich eine solche Vorlage selbermachen kann. 



Das Nähen passiert bei mir auf die einfache Tour, 
nur die Erklärungen werden kompliziert :). Also gut aufpassen!

Die Anleitung kann von euch frei abgewandelt werden. So könnt ihr zum Beispiel die Stoffe besticken, etwas applizieren oder aber mehrere Stoffe miteinander verbinden. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. 
Ein ähnliches Tutorial für einen Ballonrock findet ihr hier: *klick
Gerne würde ich Fotos von euch in euren Kreationen sehen! 
Nur Mut!

Aber nun lasst uns loslegen.

Ihr braucht Baumwollstoff, ich nutze gerne den vom Schweden, der ist schön robust. 
Aber ihr könnt auch andere Baumwollstoffe (oder auch Jeans, Cord etc) nutzen, wie ihr es eben gerne mögt.Ich mag Gummizug viel lieber als Bündchen und nutze für meine Röcke ein 4 cm breites Gummiband. Dieses Tutorial beschreibt die Variante mit dem Tunnelzug. Wer Bündchen mag, kann sich das aber leicht abwandeln.

Nehmt Papier und Bleistift und fangt an, euch zu vermessen. 
Das kann auch eine euch nahe stehende Person machen, das ist dann einfacher ;).
Schaut euch die Elli auf dem Foto an, die zeigt euch, wo ihr messen müsst:


Diese Werte teilt ihr jeweils durch 4. Jedem Ergebnis gebt ihr noch 0,5 cm hinzu. Dann sitzt der Rock körpernah, aber nicht so eng. 
Gerade so eine Plussizetante wie ich muss darauf achten ;).

Messt nun noch den Abstand zwischen den einzelnen Maßen (graue Linien) gerade herunter vor eurem Körper. Schreibt euch alle Werte auf, bevor ihr sie wieder vergesst. Ich bin so ein Spezialist, ich messe dann 3 mal, ehe ich es mir die Zahlen gemerkt habe. Und mit dem Alter wird das immer schlimmer, habe ich festgestellt... schrecklich, sage ich euch!

Dann bestimmt ihr noch die gewünschte Länge eures Rocks. 
Ich nehme immer eine Länge von 65 cm, die ist perfekt für mich.
Jetzt habt ihr alle Maße zusammen, die ihr braucht, um das Schnittmuster aufzuzeichnen. 

Nehmt euch eine Zeitung oder eine Folie (ich hab Malerfolie für mich entdeckt) und zeichnet euch einen gerade Strich senkrecht in der Länge der gewünschten Rocklänge auf. Von dort aus zeichnet ihr euch waagerecht die Linien für Taille, Hüfte, Po ein. Den Abstand zwischen den Linien entnehmt ihr eurer Aufzeichnung.

Das sollte dann so aussehen::


Für die Breite des Saums gebe ich 5 cm zum Vierteltaillenumfang hinzu. Um einen schönen Schwung in den Rock zu bekommen, setze ich das Ende des Saums im ca. 2 cm nach oben. Wenn ihr nun alle Punkte verbindet (bzw. von der Taille bis zum Saum eine Gerade zieht), dann sollte das Ganze wie auf der Abbildung aussehen. Da ich etwas komische Maße habe, treffe ich mit der Gerade allerdings nicht wirklich auf den Hüft- und Postrich. Aber das macht nichts, solange er nicht über die Gerade hinweggeht ;). 
EDIT: Probiert einfach auf Papier ein wenig rum bis ihr eine schön A-Form vor euch habt. Da hier ohne Abnäher gearbeitet wird, muss man einfach ein wenig austesten ;).

Nun fehlt allerdings noch der Teil für den Tunnel. Dafür basteln wir einfach weiter am Schnittmuster. Schaut euch die nachfolgende Zeichnung an, die hilft (hoffentlich) ein wenig weiter. 



Für den zukünftigen Tunnel zeichnen wir ein Rechteck (pink) rund eckig um den Rock. Dafür verschieben wir zum einen die Taillenlinie um 5,5 cm parallel nach unten und einmal um 6,5 bis 7 cm parallel nach oben. Der Stoffbruch (links) wird nach oben hin verlängert und von der unteren Linie ziehen wir (rechts) senkrecht nach oben eine (neue) Außenlinie, bis ein Rechteck wie auf dem Bild entsteht.

Das ist nun euer Schnittmuster! Schneidet es euch an den Außenkanten aus. An der Taillenlinie sind schon 1 cm zum Umbügeln drin. Ihr gebt an der Außennaht eure eigene Nahtzugabe hinzu (ich nehme immer 0,5 cm, das entspricht meiner Overlocknaht). Am Saum empfehle ich eine Nahtzugabe von 3 cm.

Nun könnt ihr das Ganze schon mal aus einem schönen Stöffchen ausschneiden. 
Wie man den Rock näht, erkläre ich euch beim nächsten Mal... 
Ich weiß, wie gemein! 
;D 

Natürlich freue ich mich zu lesen, wie euch der erste Teil gefallen hat... also tut euch keinen Zwang an :)



Bis dahin, seid lieb gegrüßt!




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Sonntag, 7. April 2013

Utensilo-Tut, die andere Art

Heute habe ich mal wieder was für euch!

Lust auf Utensilo? Und gleichzeitig ein bisschen Altlast loswerden?

Vor langer Zeit ist mein herzensguter und weltbester Ehemann über dieses Bild gestolpert - Utensilos, die aus Jeansstoff waren. Es war eine amerikanische Seite, soviel wissen wir noch. 

(Bildquelle nicht mehr unbekannt, dank Marila,
http://blog.makezine.com/craft/denim_do-it-all_bins/)

Die Utensilos sind innen ausgekleidet mit Stoff, aber ich wollte eine schnelle Variante 
(so als Ungeduldigkeitssyndromausleber sehr verständlich, oder?)
Wir haben es endlich gemeinsam geschafft, daraus ein Tutorial zu machen. Man gut, dass ich erst vor einer Weile die Kleiderschränke aussortiert und ein paar Jeans zur Seite gelegt habe, statt sie wegzuwerfen. Diese fielen dem Herrn Schi heute in die Hände und während ich nähte, machte er die Fotos. Nun darf ich schreiben ("weil du das so gut kannst" - O-Ton Ehemann ;D). 

Nebenbei liege ich auf einem Heizkissen, weil ich heute den Kampf mit einem Kinderspielzeug verloren habe, dass sich plötzlich unter meinem Fuß wiederfand und mich aus dem Gleichgewicht brachte. Ich weiß nicht mehr, ob es eine Kuh oder ein Pferd war, dem Tier geht's aber gut *welch Glück*. 
Dabei habe ich mir irgendwie die Wirbelsäule verrenkt 
und das tut nun so ein bisschen weh beim Sitzen und rumlaufen 

Hab ich schonmal erwähnt, 
dass wir eine Chaosfamilie sind und immer irgendwas ist, worauf man getrost verzichten kann?

Aber genug "gequatscht", lasst uns loslegen und solche schönen Sachen zaubern, die man superschön betüddeln kann (wenn man das kann und ein Faible dafür hat ;D - also mein Gegenteilpart - ich habe mich aber bemüht, was zu tüddeln, siehe Ende vom Post ;))!

 
 Nehmt euch also eine Jeans und legt euch ein Bein gut geplättet vor euch hin 
(die Nichtbügelfalten übersehen wir hier galant).


Bitte nun einmal beherzt die gewünschte Länge abschneiden. 
Ich hatte etwas zu viel abgeschnitten (nein, der Schi war's!) und beim "Machen" dann einfach nochmal in der Mitte geteilt und gleich zwei Utensilos draus gezaubert.



Seht ihr? Viel zu lang!
Dreht nun das Bein auf links und steckt die Schnittkante (oben auf dem Bild) zusammen.



Diese Schnittkante näht ihr nun entweder mit der Overlock, dem Overlockstich oder Geradstich und Zickzack zum Versäubern zusammen.


Von unten sollte es nun so aussehen - 
markiert euch nun die Ecken (wie bei jedem anderen Utensilo auch).


Näht nun die Ecken ab. Ich habe hier wieder den Overlockstich benutzt. 
Da die Nähte innen nicht durch ein Futter verdeckt werden, 
ist es wichtig, dass sie "ordentlich" aussehen, daher ist Versäubern Pflicht ;).


Nun schneidet ihr einfach die Ecken ab und dreht das Utensilo wieder auf rechts.


Ein Utensilo habe ich mit einem Häkelbutton (aus der Häkelkiste) und einem maigrünen Knopf verziert. Mehr musste ich nicht tun, da die obere Kante ja schon "ordentlich" war. Das andere Utensilo, dass eher durch Zufall entstanden ist (ihr wisst ja, Bein zu lang), habe ich mit einem hübschen Schrägband mit Pünktchen und Häkelborte versehen. Damit habe ich gleich zwei Fliegen erwischt... Schnittkante ist verdeckt und es sieht hübsch aus.


Wie ihr seht, hat bei uns heute sogar die Sonne geschienen! Aber konnten wir sie nutzen? Neee! Wir ärgern uns ... blöde Plastiktiere auf dem Boden unterm Fuß...
Aber morgen beginnt das Wochenende für uns und da das Wetter weiterhin schön sein soll, wollen wir es in ganzen Zügen genießen.

Euch wünsche ich einen schönen Start in die Woche und wer noch keine Sonne hat, dem schicke ich gerne ein paar Strahlen!

Seid lieb gegrüßt,

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Donnerstag, 4. April 2013

RUMS - nun mach ich auch mal mit

Schon länger habe ich darüber gelesen, aber nie Zeit gefunden, auch selber mal mitzuRUMSen. Nun sind kurz vor und über und insbesondere für Ostern zwei Sachen ganz für mich allein entstanden und die möchte ich euch einfach zeigen.

Zum einen habe ich seit einer Weile einen Rockfimmel (seit ich zwei Paar Stiefel habe, die für eine Plussize-Lady wie mich gar nicht so einfach zu bekommen war - doch ohne mag ich keine Röcke tragen). 
Ich könnte mir pausenlos neue Rockkreationen nähen, weil das so schön schnell und einfach geht. Da ich nicht der Typ für große Tüddeleien bin und eher aufs Schlichte, aber Wirksame stehe, geht es erst recht schnell. 
Diesmal habe ich einen Stoff vom schwedischen Möbelhaus genutzt, den ich schon ein Weilchen liegen habe. Anfangs konnte ich es mir nicht so gut vorstellen, aber als ich den Rock dann anzog, machte es von allen Seiten "WOW". 
Das ist DER perfekte Rockstoff! Hätte ich nie gedacht!

Aber seht selbst:


Ich habe ihn diesmal mit einem Gummizug genäht, das sitzt bei mir besser als Bündchen. 



Ein paar Tage später entstand dann ganz spontan noch eine neue Klamotte. 
Etwas, was ich schon länger mal tun wollte, war, ein gekauftes Kleidungsstück einfach ein wenig aufzuwerten. 
Ich hatte mir dieses T-Shirt hier *klick* gekauft 
und schon beim Kaufen dachte ich an rotes Bündchen. 
Gesagt, getan. 
T-Shirt ausgemessen, abgeschnitten, Bündchen drangenäht, Blümchen aus einem Rest gedreht und mit einem KamSnap am Halsausschnitt festgemacht (übrigens kann man sich so sehr schnell ein T-Shirt verschönern - farbgleichen Snap am Shirt festmachen und dann immer mal wieder was Neues anstecken, sei es eine Schleife oder eine Blume oder was euch sonst noch einfällt.)




Sieht doch gleich ganz anders aus, oder?


Das war es mal wieder von mir!
Ich wünsche euch was!

Seid lieb gegrüßt,


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